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20.07.2012

Altenpflege vor neuen Herausforderungen

S&P-Ahaus1
Ahaus. Wie können wir uns den Herausforderungen des demographischen Wandels in der Altenpflege stellen? Diese Frage erörterte jetzt die SPD-Bundestagsabgeordnete Ingrid Arndt-Brauer bei einem Besuch im St. Marien Senioren- und Pflegezentrum am Ahauser Krankenhaus.

Gemeinsam mit Erich Cogiel (i. Bild li.) (SPD Ahaus) und SPD-Kreistagsmitglied Ulla Schulte (3. v. li), diskutierte die Politikerin mit Matthias Becker (2. v. re.), Geschäftsführer der St. Marien-Krankenhaus Ahaus-Vreden GmbH, Hermann Nientiedt (i. Bild re.), Hauptgeschäftsführer des Klinikverbundes Westmünsterland, Michael Brinkmöller (2. v. li.), Bereichsleiter der Altenhilfe im Klinikverbund und dem Leiter des St. Marien Senioren- und Pflegzentrums Ali Nazlier (Bildmitte).

`Der demographische Wandel zeigt, dass es in naher Zukunft durch eine überalterte Gesellschaft auch einen steigenden Anteil pflegebedürftiger Menschen geben wird´, erklärte Ingrid Arndt-Brauer. `Es fragt sich daher, wer die Pflege dieser Menschen übernimmt.´ Laut Expertenschätzungen werde es schon in den nächsten zehn Jahren einen Bedarf an 400.000 zusätzlichen Vollzeit-Pflegekräften geben, so die Bundestagsabgeordnete.

In der Ahauser Einrichtung setzt man auf das Prinzip Hausgemeinschaft. In familienähnlichen Kleingruppen mit Präsenzkräften als feste Bezugspersonen orientiert sich hier der Alltag an einem `normalen´ Haushalt. Durch den Abbau zentraler Versorgung hat man mit den Hausgemeinschaften die Auflösung der Anstaltsstrukturen erreicht. Pflegende Angehörige können zudem das Angebot der Kurzzeitpflege in Anspruch nehmen. Wenn etwa die Angehörigen durch Krankheit, Urlaub, Kur oder Krankenhausaufenthalt die Versorgung nicht übernehmen können, kann der Pflegebedürftige für eine begrenzte Dauer von Tagen oder Wochen in der Kurzzeitpflege aufgenommen werden und dort am Alltag teilnehmen.

`Um für die Zukunft gerüstet zu sein, bauen wir als Alternative zur stationären Betreuung außerdem die Tagespflege aus´, erläuterte Ali Nazlier seinen Besuchern. Elf Kurzzeitpflegeplätze, die den steigenden Bedarf decken sollen sowie spezielle Wohneinheiten für schwerstdemenzkranke Bewohner ergänzen den geplanten Anbau an das St. Marien Senioren- und Pflegezentrum

Auch der Fachpersonalmangel war Thema der Diskussion. `Zwar gibt es aktuell einen steigenden Zulauf von jungen Leuten, die in die Pflegeberufe drängen, aber das reicht längst nicht aus´, so die Gesprächsrunde unisono. Pflegeberufe müssten attraktiver gestaltet werden und einen höheren Stellenwert in der Gesellschaft bekommen, war man sich abschließend einig.