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09.06.2009
Anlaufstelle für Chancenlose
Steinfurt. Mit seinem Kombilohn-Modellprojekt und anderen innovativen Modellvorhaben, konnte der Denkmalpflege-Werkshof in der Steinfurter Bauernschaft Hollich punkten und sich allein in 2008 über 85.000 Euro Fördermittel aus dem Europäischen Sozialfond freuen. Aufmerksamkeit erregten diese Projekte ebenfalls bei Politik aus Bund, Land, Kreis und Kommune. Um sich über die Verwendung der Fördermittel zu informieren, trafen sich MdB Ingrid Arndt-Brauer (SPD), ihre Landtagskollegin Elisabeth Veldhues (i. Bild li.), die in Begleitung einiger SPD-Kollegen und Kolleginnen aus Kreistag und Kommune kamen, mit dem Geschäftsführer des Denkmalpflege-Werkhofs Günter Borowski (i. Bild re.).
Das Kombilohn-Modellprojekt soll zur Einrichtung von Festarbeitsplätzen für minderqualifizierte Langzeitarbeitslose führen. ALG II-Empfänger werden über ihren zuständigen Fallmanager oder Vermittler in eine Beschäftigungsmaßnahme des Denkmalpflege-Werkhofs verwiesen. Nach einer Übergangsphase werden die Arbeitskräfte an interessierte Arbeitgeber vermittelt und üben dort eine Helfertätigkeit aus. Es handelt sich hierbei immer um eine versicherungspflichtige Tätigkeit. `Es gibt Menschen, die sind einfach nicht vermittelbar und passen in keine Maßnahme mehr´, verdeutlichte Borowski. Für Menschen, die zu ihm in den Werkhof kommen, ist dieser häufig die letzte Anlaufstelle. Hierbei handelt es sich um einen Personenkreis mit vielfältigen Problemen, wie Schulden, Vorstrafen, fehlende Schulabschlüsse, Drogen-, Spiel- und Alkoholsucht oder mangelnde Sprachkenntnisse. Eine sozialpädagogische Betreuung ist somit häufig notwendig und wird durch Christine Schmitt (3. v. li.), pädagogische Fachkraft im Denkmalpflege-Werkhof, gesichert. Sie hält engen Kontakt zu den Arbeitgebern und Arbeitnehmern. Ziel ist es bei diesem Projekt, Helfertätigkeiten in feste Arbeitsplätze umzuwandeln.
Ein weiteres Projekt ist der `QBJ - Qualifizierungs-Brücken-Job´. Arbeitslosengeld I oder II-Empfänger kommen, wie beim Kombilohn-Modell, durch ihren Fallmanager oder Vermittler an den Denkmalpflege-Werkhof. Für die Dauer von 12 Monaten erhalten hier die Betroffenen neben ihrem Arbeitslosengeld II eine Aufwandsentschädigung von 1 Euro pro Stunde. Ein Praxisanleiter kümmert sich um die Verfestigung und Vertiefung praktischer Kenntnisse und vermittelt technische Fertigkeiten. Noch innerhalb dieser Maßnahme wird versucht, die Teilnehmer in Arbeit, Ausbildung oder Umschulung zu vermitteln. Auch hier ist eine intensive Betreuung gewährleistet.
`Wichtig sind uns die individuellen Maßnahmen, die wir den Menschen bieten können´, erklärte Borowski, der gerne die Menschen auffangen möchte, die bei anderen Maßnahmen bereits scheiterten.
`Für diese Menschen gibt es sonst keine Alternative mehr´, machte er abschließend den Besuchern deutlich.
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