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08.07.2011

Atomausstieg wirft Fragen auf

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Berlin/Kreis Borken/Gronau. 58 Schüler der Klassen 9a und 9b des Werner-von-Siemens-Gymnasiums Gronau hatten jetzt Gelegenheit zu einer Diskussion mit der heimischen Bundestagsabgeordneten Ingrid Arndt-Brauer im Berliner Reichstag. Neben Einblicken in das Arbeitsleben der Politikerin stand der jüngst beschlossene Atomausstieg im Mittelpunkt des Interesses. Hier wurden besonders Fragen zum Umgang mit Atommüll und zu URENCO gestellt. `Der Betrieb der Gronauer Wiederanreicherungsanlage wird durch den Atomausstieg nicht beendet´, erläuterte Arndt-Brauer. Bei URENCO handelt es sich offiziell um eine Industrieanlage, die dem Land NRW untersteht und nicht unter das Atomgesetz fällt. Nur ca. 12% des dort angereicherten Materials kommt aus deutschen Atommeilern, der Rest aus dem Ausland. `Der Ausstiegsbeschluss wird sich demzufolge nicht nennenswert auf die Wirtschaftlichkeit der Anlage auswirken, prognostizierte die Finanzpolitikerin.´

Ein großes Problem bleibe weiter die Endlagerung der nicht mehr verwertbaren strahlenden Reste. Eine Verschickung als `Rohstoff´ nach Russland sei in Anbetracht des dortigen ungeklärten Umgangs mit dem radioaktiven Material keine Lösung. Ein Endlager, so dieses denn überhaupt in Deutschland gefunden werde, berge grundsätzlich die Gefahr, dass die atomaren Abfälle - einmal eingelagert - irgendwann in Vergessenheit gerieten. Für kommende Generationen sei es aber wichtig, die heutigen Kenntnisse und Fähigkeiten im Umgang mit dem Atommüll nicht zu verlernen. `Eine standortnahe Lagerung an den Kraftwerken unter verschärften Sicherheitsbestimmungen, z. B. Schutz vor Terror und Flugzeugabstürzen scheint angesichts der derzeitigen Rahmenbedingungen die beste Lösung des Entsorgungsproblems zu sein. Vielleicht gelingt es uns in den nächsten Jahrzehnten auch durch technologische Entwicklungen den Umgang mit radioaktivem Abfall zu verbessern´, hoffte die Abgeordnete.