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04.02.2010

Auf dem Sprung nach Berlin

KSR1a
Rheine. Eigentlich sind sie schon fast auf dem Weg nach Berlin. Trotzdem fanden drei Schulklassen der gymnasialen Oberstufe und eine kaufmännische Berufschulklasse der Städtischen Kaufmännischen Schulen Rheine Zeit, mit der SPD-Bundestagsabgeordneten Ingrid Arndt-Brauer zu diskutieren. Die Politikerin kam einer Einladung gerne nach, um sich den jungen Leuten vorzustellen und mit ihnen aktuelle Themen zu diskutieren.

Besonders engagiert führten die Abiturienten André Wieneke (i. Bild li.) und Timo Büchter (Bildmitte) als Moderatoren durch die Diskussion. Die Themen des Fragenkatalogs erstreckten sich von der Nachfrage nach den Chancen der Zusammenarbeit mit den Linken, über das schlechte Bundestagswahlergebnis, die Studiengebühren, bis hin zur Renten- und Krankenversicherung.

Arndt-Brauer schließt eine Zusammenarbeit mit den Linken nicht kategorisch aus. Hier müssten die Themen allerdings passen, erläuterte die Abgeordnete. Ablehnend steht sie Studiengebühren gegenüber. Universitäten, die Studiengebühren verlangen, entscheiden zwar selber, wo diese Mittel angelegt werden, können aber nicht auf grundlegende Verbesserungen verweisen. `Studieren ist teuer´, so Arndt-Brauer weiter. Sie fordert ein sozialeres Bildungssystem, bei dem Bildung von Anfang bis Ende kostenlos sein müsse.

`Das Vertrauen der Menschen in die gesetzliche Rentenversicherung ist leider nur noch gering´, so Moderator Timo Büchter. Er möchte von Arndt-Brauer erfahren, welche Empfehlung sie für die Altersvorsorge gibt. Parallel zur gesetzlichen Rentenversicherung, die man auf jeden Fall beibehalten soll, rät die Abgeordnete, eine Riesterversicherung abzuschließen, um so im Alter Einkommenslücken zu schließen. Trotz vieler Diskussionen hält sie außerdem an verlängerten Lebensarbeitszeiten fest. Dies sei nötig, um spätere Renten finanzieren zu können. `In Fällen von Erwerbsunfähigkeit muss man gerechtere Lösungen finden´, machte die Politikerin deutlich.

Kritisiert wird von Arndt-Brauer die von der schwarz-gelben Koalition geplante Kopfpauschale. Sie ist unsozial, da Gutverdiener den selben Beitrag zahlen wie Geringverdiener. Das ersparte Geld kann dann von den Gutsituierten für Zusatzversicherungen aufgewendet werden, während Menschen mit einem niedrigen Einkommen sich solche Extras dann nicht mehr leisten können, so Arndt-Brauer weiter.

Die SPD plant daher eine Bürgerversicherung. Dies bedeutet, dass jeder Bürger unabhängig von seinem Berufsstand einen bestimmten Prozentsatz seines Einkommens in die Bürgerversicherung einzahlt. Die Einzahlungen sind bis zu einer Beitragsbemessungsgrenze zu leisten.

Die SPD will die Solidarität stärken: `Gesunde sorgen für Kranke, Alleinstehende für Familien. Wer gut verdient, trägt dazu bei, dass auch Menschen mit geringerem Einkommen die beste medizinische Versorgung bekommen. Denn Krankheit ist ein Lebensrisiko, das jeden treffen und das niemand alleine schultern kann. Solidarische Absicherung ist deshalb wichtig für alle´, machte Arndt-Brauer klar.

Timo Büchter und André Wieneke dankten der Abgeordneten abschließend für die interessante Diskussion und nahmen die guten Wünsche für die Berlinreise gerne entgegen.