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24.07.2011
Azubis machen sich Gedanken zur Rente
Ochtrup/Kreis Steinfurt. Besonderen Besuch hatte sich jetzt die Gesamtjugend- und Ausbildungsvertretung (GJAV) der Bundeswehr eingeladen. Die Auszubildenden waren im Frühjahr in Berlin und hatten bei der Planung ihres Programms die Unterstützung des Büros der SPD-Bundestagsabgeordneten Ingrid Arndt-Brauer erhalten. Da terminlich bedingt kein persönliches Gespräch mit der Abgeordneten möglich war, folgte diese gerne der Einladung in die Villa Winkel in Ochtrup.
Rund 60 Auszubildende aus dem Materialdepot Ochtrup, dem Sanitätsmateriallager Epe, der Ausbildungswerkstatt in Bentlage und der Materiallager Kanalhafen in Rheine fanden den Weg in die Villa Winkel, um mit er Politikerin zu diskutieren. In einer kurzen Ansprache begrüßten Oberstleutnant Karl-Heinz Knüpp (Depotkommandant) und Jörg Marciniak (Gesamtpersonalratsvors. Materialdepot Ochtrup) ihre Auszubildenden und Ingrid Arndt-Brauer. Mit insgesamt rund 120 Auszubildenden gehört die Bundeswehr zu den größten Ausbildungsbetrieben des Münsterlandes, machte Knüpp in seiner Rede deutlich. Ausgebildet wird hier u.a. in den Bereichen Logistik, Flugzeuggerätemechanik und Verwaltung.
Mit einem Fragenkatalog hatten sich die Auszubildende gut auf die Diskussion mit Arndt-Brauer vorbereitet. Großen Diskussionsbedarf zeigte sich bei dem Thema `Rente mit 67´. `Die demographische Entwicklung lässt keinen früheren Renteneinstieg zu´, stellte Arndt-Brauer klar. Die einstmals im Generationenvertrag verankerten Punkte seien auf absehbare Zeit in dieser Form wohl nicht mehr umzusetzen, machte die Abgeordnete deutlich. Im Generationenvertrag ist festgehalten, dass die Erwerbstätigen mit ihren Beiträgen die Renten der aus dem Erwerbsleben ausgeschiedenen Generation (Umlageverfahren) finanzieren und dadurch Ansprüche auf ähnliche Leistungen der nachfolgenden Generationen an sich selbst erwerben.
`Faktoren, wie eine rückläufige Geburtenrate und steigende Lebenserwartung, werden in Zukunft vermehrt dazu führen, dass das Umlageverfahren in der Form nicht mehr funktionieren wird´, verdeutlichte Arndt-Brauer den jungen Leuten. So müsste eine immer geringer werdende Anzahl an Beitragszahlern die stetig wachsende Anzahl von Rentnern finanzieren. Dies bedeutet für die Zukunft ein Ungleichgewicht von Beitragszahlern und Empfängern.
`Nicht jeder ist fit genug, um bis 67 zu arbeiten´, kritisierte ein Auszubildender in der Diskussion. `Es müssen Lösungen entwickelt werden, wie die Beschäftigten tatsächlich bis zum Renteneintritt erwerbstätig bleiben könnten. Durch den zu erwartenden Fachkräftemangel sind aber auch die Arbeitgeber gezwungen, die Arbeitsbedingungen zu verbessern und flexibel zu gestalten´, erwiderte Arndt-Brauer. Zudem müssten die Voraussetzungen geschaffen werden, um das Leistungsvermögen erwerbsgeminderter Menschen zu berücksichtigen.
Besonders wichtig findet es die Politikerin, dass in Deutschland endlich ein auskömmlicher Mindestlohn eingeführt würde, damit alle zukünftigen Rentner über eine auskömmliche Rente verfügen können. Sei Jahren kämpfe die SPD für Mindestlöhne und habe dies auch in einigen Bereichen geschafft. Ein flächendeckenden Mindestlohn sei aber bisher an den Regierungsparteien gescheitert.
Abschließend bedankte sich Jörg Marciniak bei Arndt-Brauer und den Auszubildenden für die engagierte Diskussion und rief dazu auf, sich politisch zu beteiligen. Nur so könne man seine Zukunft mitgestalten. |