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24.08.2009
Besuch im Stall
Steinfurt. Der Milchsektor erlebt derzeit die schlimmste Krise. Die deutschen Milchbauern befinden sich in einer verzweifelt ernsten Situation - viele Höfe stehen vor dem Aus. Der Steinfurter Milchbauer Christian Engbring (4. v. li.) und einige Berufskollegen hatten daher Ingrid Arndt-Brauer (SPD MdB) und Elisabeth Veldhues (SPD MdL) (i. Bild re.) auf ihren Hof eingeladen.
In der Gesprächsrunde stellten die Landwirte ihre prekäre Situation dar. Die Milchviehhalter in Deutschland benötigen dringend die Unterstützung der Politiker in ihrem Kampf für einen funktionierenden Milchmarkt. `Es geht um die Erhaltung von Arbeitsplätzen und Familienbetrieben´, verdeutlichte Engbring, von dessen Betrieb zurzeit drei Generationen leben. Die regionale Versorgung ist den Milchbauern dabei ein großes Anliegen. `Aber ein hochangesehenes Lebensmittel zu veschleudern, tut weh´, so Berufskollege Bernhard Schulze-Pröbsting (4. v. re.).
Hilfe sehen die Milchbauern in der Verringerung des Überangebots, um ein kostendeckendes Niveau zu erreichen. Dies kann über vorübergehende freiwillige Stilllegung von Produktionskapazitäte und die markt- und preisschädliche Entfernung von Übermengen vom Markt passieren. Mit den von der EU zugesichterten Milchfondsmitteln in Höhe von 300 Millionen Euro, kann dieses Rettungspaket finanziert werden. Bei Bedarf ist eine nationale Aufstockung notwendig.
Ein zweiter Schritt wäre es, den Markt langfristig zu stabilisieren und von Subventionen unabhängig zu machen. Dazu gehören eine faire Gestaltung der Marktregeln auf Welthandelsorganisation (WTG)-Ebene, einzelbetriebliche Milchreferenzmengen und deren strikte Einhaltung sowie eine flexible Mengenanpassung. `Es gilt: Nur sofortiges Handeln kann den Niedergang Tausender von Höfen aufhalten!´, machten die Milchbauern den Politikerinnen deutlich. Veldhues und Arndt-Brauer versprachen den Landwirten ausdrücklich ihre Unterstützung.
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