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22.07.2011

Chance für ein selbstständiges Leben

Wittekindshof1
Gronau. Eine besondere Einrichtung des Wittekindshofes Gronau ist das Wohnhaus für Kinder und Jugendliche mit geistiger und mehrfacher Behinderung an der Königstraße im Gronauer Westen. Erst  im vergangenen Jahr wurde die Einrichtung offiziell eröffnet.

Die differenzierten Wohnmöglichkeiten nahm jetzt die SPD-Bundestagsabgeordnete Ingrid Arndt-Brauer bei einem persönlichen Besuch in der Einrichtung in Augenschein. Begleitet wurde die Bundespolitikerin dabei von Nobert Ricking (i. Bild re.), dem erst kürzlich neu gewählten SPD-Ortsvereinsvorsitzenden.

Ressortleiter Reiner Breder (2. v. li.) zeigte sich erfreut über das Interesse der Politik und führte die Besucher durch das Wohnhaus. Helle, freundliche aber auch geräumige Einzelzimmer stehen den 24 Kindern und Jugendlichen im Alter von 8 bis 21 Jahren, die zudem alle eine geistige oder mehrfache Behinderung aufweisen, zur Verfügung. Barrierefreiheit, die auch im Rollstuhl viel Freiraum bietet, ist im ganzen Haus gegeben.

Teamleiterin Sonja Jung (3. v. re.) und Bereichsleiter Thomas Wittke (2. v. re.) erläuterten bei dem Rundgang  die unterschiedlichsten Wohnformen, wie Wohngruppen, Trainingswohnen, Kurzzeitwohnen oder den Heilpädagogischen Intensivbereich. Diese ermöglichen es, auf die unterschiedlichsten Bedürfnissen einzugehen. In den Wohngruppen werden die Kinder und Jugendlichen in ihrem Spiel- und Sozialverhalten, aber auch zur Verbesserung ihrer Alltagskompetenz gefördert und unterstützt. Ältere Jugendliche und junge Erwachsene werden beim Trainingswohnen auf eine selbstständige Wohnform vorbereitet. Dazu gehört es auch, dass in der Wohneinheit eigene Einzelzimmer sowie eine Küche und ein Wohn-Esszimmer zur gemeinsamen Nutzung zur Verfügung stehen. Beim Aufräumen, Putzen, Kochen oder Einkaufen wird die Selbstständigkeit eingeübt.

Der Heilpädagogische Bereich ist eine besondere Herausforderung für die Mitarbeiter der Einrichtung. Durch intensive heilpädagogische Begleitung und Förderung will man die Kinder und Jugendlichen mit leichter oder auch schwerer geistiger Behinderung auf ein Leben in weniger intensiven Wohnformen vorbereiten.

31 Mitarbeiter, überwiegend in Teilzeitbeschäftigung, ermöglichen es, die Einrichtung ganzjährig zu öffnen. `Auch eine Betreuung an den Wochenenden und in den Ferien ist damit gewährleistet, weil wir unsere Mitarbeiter flexibel einsetzen können´, erläuterte Thomas Wittke den Besuchern.

Abschließend war man sich einig, dass solche kleinteiligen Wohnformen zukunftsweisend für die Arbeit mit behinderten Menschen sein werden.