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14.04.2010

Chancen geben - Chancen leben

TerraNova3a
Ochtrup. Mit stationären Wohngruppen im stadtzentralen Wohngebiet und in der Bauernschaft Oster betreut terra nova e.V. Kinder, Jugendliche und Erwachsene ab zehn Jahren. Terra nova ist eine gemeinnützige Einrichtung zur Betreuung von Menschen in besonderen Lebenssituationen, die sich das Ziel gesetzt hat, diese Menschen in ein eigenständiges Leben zu begleiten.

Häufig handelt es hierbei um Kinder und Jugendliche, die bereits eine Laufbahn mit sozialen Schwierigkeiten hinter sich haben und bei denen sich ein Verbleib im Elternhaus schwierig gestaltet. Vorangegangen ist meistens eine Unterbringung in anderen Einrichtungen, die nicht funktioniert hat oder bei älteren Klienten ein vorheriger Aufenthalt in der Psychiatrie. Vermittelt werden die Betreuten durch die zuständigen Jugendämter, die auch die Unterbringung finanzieren. Bei den Erwachsenen handelt es sich eher um so genannte Selbstmelder, die aus eigenem Antrieb Unterstützung und Betreuung suchen.

Michael Hardebusch (2. v. li.), Leiter der Einrichtung, begrüßte jetzt bei einem Gespräch die Bundestagsabgeordnete Ingrid Arndt-Brauer (SPD), den SPD-Landtagskandidaten Friedrich Paulsen (3. v. re.) und die Ochtruper Kommunalpolitiker Elisabeth Wilger (i. Bild re.) und Josef Hartmann (2. v. re.).

Gemeinsam mit Mitarbeiter Jan Tietmeyer (3. v. li.) erläuterte Hardebusch die vielfältigen Projekte terra novas für Kinder, Jugendliche, junge Erwachsene aber auch Menschen mit Abhängigkeitserkrankungen, psychischen Erkrankungen und Behinderungen. Mit der angebotenen Familienhilfe kann auch hier schon frühzeitig angesetzt werden.

Über die Betreuung in Wohngruppen hinaus gibt es das Betreute Wohnen für Jugendliche ab 16 Jahren und Volljährige, die nicht mehr in ihrem sozialen Umfeld leben können. Die Betreuten leben praktisch wie in einer eigenen Wohnung und können auf die Unterstützung des Mitarbeiterteams zählen. Aber auch Ambulantes Betreutes Wohnen (ABW) ist eine Alternative für junge Menschen ab 21 Jahren. Hier findet eine aufsuchende Betreuung zumeist in den Wohnungen der Klienten statt, die eine wesentliche Behinderung im Sinne der §§ 53 und  54 SGB XII vorweisen.

Ein weiteres Projekt ist „STEPS“, das für die Teilnehmer ein schrittweises Training zum Einstieg in den Arbeitsmarkt bietet. Hier werden u.a. Basistugenden wie Pünktlichkeit, Ausdauer oder Integration in Arbeitsprozesse trainiert. Die Klienten lernen in den Werkstätten von terra nova, die auf dem Gelände der Wohngruppe Oster angesiedelt sind, geregelte Arbeitszeiten einzuhalten und eigene Fähigkeiten zu trainieren. Geleistet werden hier einfache Malerarbeiten, einfache Holzarbeiten und die Aufarbeitung alter Möbel. Sehr günstig kann dann jeder diese Arbeiten erwerben und häufig ein Schnäppchen machen. Jeden Mittwoch in der Zeit von 14 - 18 Uhr gibt es daher einen Verkaufstag auf dem angemieteten Hof, Oster 212. `Leider ist es uns bisher aus eigenen finanziellen Mitteln nicht möglich, erweiterte Öffnungszeiten anzubieten´, bedauert Hardebusch und würde sich freuen, wenn noch mehr Interessierte den Weg in die Oster finden würden.

Abschließend erhielt terra nova ein Lob von Arndt-Brauer und Paulsen für das neueste, noch in der Planung befindliche Projekt. Mit einem Integrationsunternehmen im Tischlerbereich möchte man Menschen mit Behinderungen in die normale Arbeitswelt integrieren. Finanziert werden soll dies über Aufträge wie in einem Unternehmen der freien Wirtschaft. Das Ganze soll mit einer tariflichen Bezahlung für alle Mitarbeiter in dem Projekt versehen werden.