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15.09.2009

Ein guter Tag für Deutschland

Planspiel Gronau 1Gronau. Was die Politik nicht schaffte, schafften jetzt Zehntklässler des Werner-von-Siemens-Gymnasiums in Gronau. In einem realitätsnahen Planspiel behandelten sie einen Gesetzentwurf zur Einführung eines flächendeckenden Mindestlohns. Entwickelt und durchgeführt wurde dieses Rollenspiel von der SPD-Bundestagsabgeordneten Ingrid Arndt-Brauer. Alle Stationen des Gesetzgebungsverfahrens wurden von den Schülerinnen und Schülern behandelt. Arbeitsminister Scholz, in Person Arndt-Brauer, brachte einen entsprechenden Gesetzentwurf ein. Eingeteilt in die einzelnen Fraktionen, die im Plenum vertreten sind, merkten die Schüler sehr schnell, dass eine Einigung zu dem Gesetzentwurf nicht einfach wird. Verbale Angriffe auf die politischen Gegner gab es natürlich auch. `Es ist halt wie im richtigen Leben´, lächelte Arndt-Brauer dazu.

Im Ausschuss für Arbeit und Soziales  nahmen auch Experten Stellung. Hier übernahm Arndt-Brauer die Rolle des Präsidenten des DGB, Michael Sommer. Der Präsident des BDA, Dr. Dieter Hundt, in Person des Klassenlehrers Josef Hartmann, setzte sich gegen einen Mindestlohn ein und wurde Dank seiner Vehemenz für seine Rolle bewundert.

In schwierigen und langen Beratungen kam man erst zu keiner Einigung, da die Meinungen zu weit auseinander lagen. In einer Sondersitzung der Koalitionsparteien einigte man sich schließlich, teils auch zähneknirschend, einen Mindestlohn für die Branchen Einzelhandel, Frisör- und Gaststättengewerbe einzuführen.

Arbeitsminister Scholz verkündete dann dem Plenum die Entscheidung, die er als guten Tag für Deutschland empfand. `Ob das ein guter Tag für Deutschland ist, weiß ich nicht´, sagte der Sprecher der CDU und hatte alle Lacher auf seiner Seite, zeigte aber damit, wie sehr man sich mit der Rolle identifizierte.

Josef Hartmann und Arndt-Brauer freuten sich über das Engagement der Jugendlichen. Beide hoffen, das Interesse an Politik geweckt zu haben und forderten auf, sich bei den demokratischen Parteien zu informieren und das Wahlrecht bei der kommenden Kommunalwahl zu nutzen.