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28.09.2011

Ein Marathon der anderen Art

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Emsdetten/Kreis Steinfurt. Gerade eben hat der Berlin-Marathon stattgefunden. Mit von der Partie waren auch dieses Jahr 20 Mitglieder der BG Laufgemeinschaft Emsdetten e.V.. Ihren Aufenthalt in der Hauptstadt nutzten die Läuferinnen und Läufer, um dem politischen Berlin einen Besuch abzustatten. Im Reichstag trafen die Sportler mit der SPD-Bundestagsabgeordneten Ingrid Arndt-Brauer zu einem einstündigen Gespräch zusammen. Die Politikerin berichtete von ihrem eigenen Marathonlauf, den sie in Steinfurt absolviert hat. Im Mittelpunkt der politischen Diskussion stand ein Marathon der ganz anderen Art: die fortdauernde Finanz- und Schuldenkrise in Europa.

`Die Auswirkungen der Eurokrise sind schwer vorhersehbar - nicht zuletzt, da es keine vergleichbaren Erfahrungen gibt´, berichtete Arndt-Brauer. Ein Ausschluss Griechenlands oder weiterer Länder aus dem Euro sei nicht möglich. Den könnten die betroffenen Staaten nur selbst beschließen. Für die Deutsche Wirtschaft sei eine Auflösung oder Schwächung der Eurozone auch ökonomisch nicht sinnvoll. `Hätten wir noch die D-Mark, so wäre diese wie aktuell der Schweizer Franken entsprechend stark aufgewertet. Als exportabhängige Nation hätte das vermutlich sehr negative Auswirkungen auf unsere Wirtschaft´, erläuterte die Finanzpolitikerin. Befürchtungen, dass die deutschen Steuerzahler unterm Strich die Zeche zahlten, seien verständlich, stellten aber nur eine Seite der Medaille dar. Deutschland habe wie kein zweites Land von der EU und der Euroeinführung profitiert. `Wir verdanken EU und Euro einen großen Teil unseres Wohlstands und mehr als 60 Jahre Frieden, was viele Bürger oft vergessen.´ Darum sei es jetzt richtig, Haftungsrisiken zu übernehmen. Die Hilfen für die notleidenden Staaten gäbe es auch nicht umsonst, sondern nur gegen harte Auflagen.

Um den Weg aus der Krise zu schaffen, reiche es aber nicht nur zu sparen. Es brauche massive Investitionen in die Wirtschaft, damit die betroffenen Länder wieder auf die `eigenen Füße´ kämen. Die Gelder dafür könnten nicht allein vom Steuerzahler kommen. Die SPD fordere daher schon seit langem eine Beteiligung des Finanzsektors (Finanztransaktionssteuer) und eine Gläubigerbeteiligung. Wichtig für die Zukunft seien zudem vorbeugende Maßnahmen, damit Krisen gar nicht erst entständen. `Ohne wirksame Regulierung der Finanzmärkte und eine stärkere gemeinsame Wirtschafts- und Finanzpolitik in der EU werden wir dieses Ziel nicht erreichen´, so der Ausblick der heimischen Politikerin.