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27.11.2010

EU-Emissionsrichtlinie bereitet Sorgen

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Rheine. Die Kalkwerke Breckweg in Rheine sind ein Traditionsunternehmen. 1928 gegründet, führt Geschäftsfürer Andreas Breckweg (4. v. li.) das Unternehmen bereits in der dritten Generation. Bei einem Gespräch schilderten Breckweg und Martin Ogilvie (i. Bild li.) vom Bundesverband der Deutschen Kalkindustrie jetzt der SPD-Bundestagsabgeordneten Ingrid Arndt-Brauer und Rheinenser Mitgliedern der SPD-Ratsfraktion ihre Sorgen um die Zukunft der Kalkwerke. Hintergrund ist die aktuell in der EU-Kommission diskutierte Verschärfung der Emissionshandelsrichtlinie. Damit will die Kommission einseitig Erdgas als Brennstoff vorschreiben. `Das wäre gerade für die Kalkindustrie fatal, weil der Zugang zu Erdgas nicht für jede Anlage möglich ist. Der Kalk, der in Deutschland starke Verwendung in der Bauindustrie findet, kann nicht mit Erdgas erzeugt werden´, so der Geschäftsführer. `Dies wird von der EU-Kommission aber nicht anerkannt.´

Bei den in Deutschland ansässigen Kalkwerken werde der Kalk fast ausschließlich mit Kohle in Schacht- und Drehöfen gebrannt. Im ungünstigsten Fall bedeute das für die Kalkindustrie, dass mit Auslaufen der nächsten Handelsperiode im Jahr 2020 100% der CO2-Emissionsrechte zugekauft werden müssen.

Breckweg machte den Politikern deutlich, wie wichtig die Kalkindustrie auch für den Umweltsektor sei. Als Stichworte nannte der Geschäftsführer hier die Trinkwasser-/ Abwasserbehandlung und die Reinigung von Abgasen aus Kraftwerken und Müllverbrennungsanlagen.

Martin Ogilvie bemängelte, dass sich das Bundesumweltministerium bisher nicht für die Berücksichtigung der heimischen Rohstoffe einsetzte.

Ingrid Arndt-Brauer versprach, das Thema in der SPD-Bundestagsfraktion zu diskutieren und in die entsprechenden Gremien zu tragen. Sie legte den Unternehmern abschließend nahe, sich möglichst rasch auch mit Vertretern der Koalitionsparteien in Verbindung zu setzen.

Die EU hat 2005 den Emissionshandel eingeführt, um die Abgabe von Schadstoffen an die Umwelt zu verringern. Jede der EU-weit aktuell etwa 12.000 Fabriken und Kraftwerke erhält für einen bestimmten Zeitraum, der Handelsperiode, eine nach festen Regeln bestimmte Menge Emissionsberechtigungen (European Union Allowance Unit, EUA), die das politisch festgelegte Emissionsminderungsziel berücksichtigt. Eine EUA berechtigt zum Ausstoß von einer Tonne CO2 (umgerechnet 0,27 Tonnen Kohlenstoff) oder eine vergleichbare Menge von Treibhausgasen mit demselben Treibhauspotenzial. Sind die CO2-Emmissionen eines Unternehmens geringer als die EUA´s, kann das Unternehmen nicht benötigte Berechtigungen am Markt verkaufen. Alternativ muss es bei höheren Emissionen zukaufen.