|
20.02.2012
Euro-Krise auch Thema beim Ev. Männerkreis
Kreis Borken/Ahaus. Die Euro-Krise bestimmt derzeit nach wie vor die aktuelle politische Diskussion und ein Ende ist nicht in Sicht. Ob die jetzt beschlossenen Maßnahmen tatsächlich die Krise beenden werden, kann heute noch niemand sagen. Aber brauchen wir den Rettungsschirm? Diese und andere Fragen stellte der Männerkreis der Ev. Christus-Kirchengemeinde Ahaus bei einem Themenabend der Finanzexpertin Ingrid Arndt-Brauer. Die SPD-Bundestagsabgeordnete folgte gerne einer Einladung von Rainer Sobottka (i Bild), dem Organisator des Männerkreises.
In ihrem Referat machte die Abgeordnete deutlich, dass Griechenland geholfen werden muss. Wenn man Griechenland pleite gehen ließe, würde das Deutschland allein rund 71,7 Mrd. Euro kosten. Was vielen Bürgern nicht klar ist, dass u.a. die Riester-Rente mit Staatsanleihen arbeitet und auch Lebensversicherungen griechische Anleihen besitzen. In der Folge würden auch Banken in Schwierigkeiten geraten, die dann gerettet werden müssten, die Riester-Rente müsste aufgefangen werden. Es gäbe daher eine breite Betroffenheit, machte Arndt-Brauer den Zuhörern klar.
Scharf kritisierte die Abgeordnete die Sparauflagen für Griechenland. Die Bedingungen für das Rettungspaket enthalten die Entlassungen von 150.000 Menschen aus dem öffentlichen Dienst, eine 15-prozentige Rentenabsenkung und eine 22-prozentige Mindestlohnabsenkung. `Dies würde man von den deutschen Mitbürgern nicht verlangen. Man darf ein Land auch nicht kaputtsparen´, so Arndt-Brauer weiter. Eine Reform des nicht existierenden Steuersystem sei dringlich und mit einem weitreichenden Wirtschaftsprogramm könnte man die griechische Wirtschaft ankurbeln. Die Pluspunkte Griechenlands, wie der Tourismus, die Landwirtschaft und die Sonne an sich, die sich einem Ausbau der Solartechnik gut eignen würde, könnten mit entsprechenden Wirtschaftshilfen aufgebaut werden und würden langfristig dem Land helfen, ist sich Arndt-Brauer sicher.
Sie erinnerte daran, dass die europäische Gemeinschaft nach dem zweiten Weltkrieg gegründet worden war, um durch intensive freundschaftliche Begegnung und wirtschaftliche Zusammenarbeit den dauerhaften Frieden in Europa zu sichern. Dies sei das vorrangige Ziel. Europa ist also mehr als eine Wirtschaftsgemeinschaft: Es ist eine Friedenszone und Solidar-Gemeinschaft. Deshalb müsse man seinen Nachbarn helfen.
Abschließend wies die Finanzexpertin darauf hin, dass Deutschland ein Exportland ist. `Wir profitieren davon, dass unsere Nachbarn sich unsere Produkte leisten können´, so verdeutlichte Arndt-Brauer ihren Zuhörern, dass der Euro gerettet werden muss. |