|
18.02.2011
Gleicher Lohn für gleiche Arbeit
Rheine. Mit einem Gesetzesantrag im Bundestag will die SPD mit der `Equal Pay´-Regelung (gleicher Lohn für gleiche Arbeit) ein Instrument schaffen, das die Zeitarbeit reguliert. `Equal Pay´ würde eine finanzielle Gleichbehandlung von Festangestellten und Zeitarbeitnehmern für die identische Arbeit beinhalten. Bisher sind die Verhandlungen am Widerstand der schwarz-gelben Regierung gescheitert.
Die Zeitarbeitsbranche sieht allerdings Risiken bei der Realisierung von `Equal Pay´.
Um ihre Standpunkte zu erörtern, trafen sich jetzt Mitarbeiter und Geschäftsführer der Zeitarbeitsfirma merkur Rheine mit der hiesigen Bundestagsabgeordnete Ingrid Arndt-Brauer (SPD) und Lokalpolitikern aus Rheine.
Seit rund fünfzehn Jahren ist merkur in Rheine einer der neun bundesweiten Standorte. Hier sind rund 130 von den insgesamt ca. 1.400 Mitarbeitern des Zeitarbeitunternehmens beschäftigt.
Geschäftsführer Sascha Klockenbrink (i. Bild li.) ist sich mit seinem Dachverband sicher, dass die Einführung von `Equal Pay´ deutlich teurer und bürokratischer wäre. Als Folge sieht Klockenbrink den Wegfall von Standorten in Deutschland mit dem Ergebnis, dass Arbeitsplätze von Zeitarbeitnehmern und intern Angestellten wegfallen. Schwer vermittelbare Arbeitnehmer hätten somit keine Chance mehr, in den Arbeitsmarkt vermittelt zu werden.
Anders sieht dies Arndt-Brauer: im Kreis Steinfurt gibt es die unterschiedlichsten Instrumente, gerade diese Arbeitnehmer gut vorzubereiten, um in den Arbeitsmarkt vermittelt zu werden. Beispielhaft hierfür steht, neben der Agentur für Arbeit, die beim Kreis Steinfurt angesiedelte GAB (Gemeinsam für Arbeit und Beschäftigung). Außerdem gäbe es finanzielle Förderungen für die Schaffung von Arbeitsplätzen für Menschen mit Vermittlungshemmnissen.
Klockenbrinks Argument, dass die Arbeitsplätze in das Ausland verlegt werden könnten, kann Arndt-Brauer nur bedingt nachvollziehen.´Die mittelständischen Unternehmen im Münsterland sind nicht bestrebt ihre Produktion ins Ausland zu verlagern´, ist sich Arndt-Brauer nach vielen Unternehmensbesuchen sicher. Grundsätzlich kann es sinnvoll sein, so die Abgeordnete weiter, dass Auftragsspitzen in Unternehmen durch Zeitarbeitnehmer aufgefangen werden. Allerdings dürfe dies nicht dazu führen, dass Zeitarbeitnehmer Festangestellte ersetzen. |