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17.07.2012
Herausforderungen in der Pflege
Neuenkirchen. In Hinsicht auf den demographischen Wandel ist es klar, dass immer mehr ältere Menschen in Zukunft auf professionelle Pflege angewiesen sein werden. Expertenschätzungen zufolge wird die Anzahl hilfe- und pflegebedürftiger Menschen bis 2020 um 50 Prozent auf 2,7 Millionen zunehmen. Mit Konzepten und Ideen muss auf diese Veränderungen reagiert werden.
Wie gut die entsprechenden Einrichtungen auf diese Herausforderungen eingestellt sind, bringt derzeit die SPD-Bundestagsabgeordnete Ingrid Arndt-Brauer im Rahmen ihrer Sommertour durch ihren Wahlkreis in Erfahrung. Dabei ist der St.Antonius-Stift in Neuenkirchen nur eine Station der Sommertour. Bei einem Arbeitsgespräch traf sich die SPD-Politikerin jetzt mit Einrichtungsleiter Karsten Westermann, Mitgliedern des Heimbeirates, Schwester Lydia und der Bereichsleitung Gudrun Hesselink.
Die 60 Pflegeplätze des Alten- und Pflegeheimes und die siebzehn Wohnungen für das Betreute Wohnen sind zurzeit komplett belegt. Gut betreut sieht Karsten Westermann die Bewohner des Stifts, habe man derzeit doch qualifiziertes Personal, das schon langjährig und gerne dort beschäftigt sei.
Aber auch hier sieht man angesichts der steigenden Zahl der Pflegebedürftigen sorgenvoll in die Zukunft. `Wir können kaum geeignete junge Leute für die Ausbildung zum Altenpfleger gewinnen´, macht Westermann deutlich. `Da ist auch die Aussage von Bundesarbeitsministerin von der Leyen wenig hilfreich, Langzeitarbeitslose zu Pflegekräften oder Erzieherinnen auszubilden´, kritisiert Arndt-Brauer. Man könne Menschen nicht dazu zwingen, aus der Not heraus soziale Berufe zu ergreifen, so die Politikerin weiter. `Wir arbeiten mit Menschen und haben eine große Verantwortung´, macht Gudrun Hesselink dazu deutlich. Unterstützung könnte sich der St.Antonius-Stift dabei vom Bundesfreiwilligendienst vorstellen, der eine Alternative zum Zivildienst darstellt. `Wir suchen daher auch noch die so genannten Bufdis, die Interesse daran haben, bei uns zu arbeiten´, so Westermann.
Eine Zukunft sieht Karsten Westermann für Pflege-Wohngemeinschaften, die im Kreis Steinfurt noch eher selten zu finden sind. Diese ambulant betreuten Wohngemeinschaften stellen eine Alternative zur herkömmlichen Versorgung Pflegebedürftiger und insbesondere dementiell erkrankter Menschen dar. Die Bewohner leben als Mieter in einer eigenen, gemeinsam genutzten Wohnung zusammen. Die Betreuung und Pflege wird durch ambulante Pflegedienste gewährleistet.
Als einen der wenigen positiven Punkte der gerade von der schwarz-gelben Regierung beschlossenen Pflegereform hebt Arndt-Brauer die Förderung solcher Wohngemeinschaften hervor. Pflegebedürftige, die in einer solchen ambulant betreuten Wohngemeinschaft leben, bekommen demnächst einen Zuschlag von pauschal 200 Euro für Hilfskräfte monatlich. Lächerlich findet die Abgeordnete abschließend allerdings die 35 Sekunden Mehraufwand für die Pflege von Demenzkranken. `Das ist nur ein Tropfen auf dem heißen Stein.´ |