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30.07.2009

Hilfe für Hoffnungslose

Sozialberatung1Gronau. Bereits seit 1979 gibt es in Gronau die Sozialberatung. Früher im Gebäude der ehemaligen Post untergebracht, liegt die Einrichtung jetzt an der Franz-Kerkhoff-Straße, in der Nähe des Antonius-Hospitals. Am Ende der Straße gelegen, erlaubt es den Klienten einen relativ anonymen Zugang. Die SPD-Abgeordnete Ingrid Arndt-Brauer (MdB), Stefanie Wiegand (MdL) (2. v. re.) und Sonja Jürgens (SPD Gronau) (2. v. li.) trafen sich jetzt mit Leiter Franziskus Siegers (3. v. re.) und seinen Mitarbeitern in der Einrichtung. Unter dem Dach der Sozialberatung sind die Drogenberatung sowie die Schuldner- und Insolvenzberatung untergebracht. Im Bereich der Drogenberatung arbeiten Siegers und seine Kolleginnen Kuipers und Schulze Everding eng mit den Betroffenen zusammen. Die Zuständigkeit umfasst den kompletten Nordkreis Borken.

Mit verschiedenen Projekten wird versucht, die rund 350 Klienten wieder einem normalen Alltag zuzuführen. 150 Klienten sind heroinabhängig, davon werden 90 Personen mit Methadon substituiert. Die Versorgung mit Methadon erfolgt über ausgesuchte Hausarztpraxen im Kreis Borken. Auf  Anfrage der Politikerinnen verdeutlichte Siegers, dass es zwar nur einen geringen Zuwachs von Heroinabhängigen gäbe, aber der Konsum anderer Rauschmittel zugenommen hätte. Hier spielen Cannabis und Alkohol ebenfalls eine große Rolle. Mit Präventionsarbeit an den Schulen setzt man bei der Drogenberatung aber frühzeitig an.

Im Bereich Schuldner- und Insolvenzberatung sind die Betriebswirte Udo Wesbuer (i. Bild re.) und Heinz Schultewolter (Buldmitte) beschäftigt. Die beiden Fachleute bestätigten den Besucherinnen einen starken Anstieg der Beratungsfälle seit Beginn der Wirtschaftskrise. Die Warteliste hat sich mittlerweile so ausgeweitet, dass es enorme Wartezeiten gibt. `Die Klienten müssen dann leider an andere Stellen verwiesen werden´, bedauert Schultewolter. Im Gegensatz zu vielen Doku-Soaps privater Fernsehsender gibt es aber hier keine Rundumbetreuung. `Uns fehlt auch die Zeit, unsere Klienten auf effektive Sparmaßnahmen hinzuweisen´, so Udo Wesbuer. `Häufig hilft nur noch die Privatinsolvenz, um aus der Schuldenfalle zu entkommen´, fassen die Fachleute abschließend zusammen.