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19.10.2010
Hubschrauberregiment in Rheine vor dem Aus?
Rheine. Bereits seit 50 Jahren ist das Hubschrauberregiment in Rheine-Bentlage stationiert. Nun verdichten sich die Gerüchte, dass die dort stationierten Transporthubschrauber CH-53 demnächst verlegt werden. Wie Ingrid Arndt-Brauer (SPD-MdB) aus informierten Quellen erfahren konnte, ist die Umorganisation der Heeresflieger im Verteidigungsministerium gedanklich bereits vollzogen. Für den Standort Rheine würde dies das Aus bedeuten. `Die Aufgabe des Standortes ist ein tiefer Einschnitt für die ca. 1.700 Soldaten, ihre Angehörigen und die gesamte Region Rheine!´, so die Bundespolitikerin.
Heeresfliegerkreise betrachten das am 1. Oktober aufgestellte neue Hubschraubergeschwader auf dem Luftwaffen-Fliegerhorst in Holzdorf (Sachsen-Anhalt) als ernst zu nehmenden Hinweis für eine grundlegende Umorganisation: Offensichtlich sind in diesem Geschwader die Transporthubschrauber aus Rheine vorgesehen. Weitere Details sind aus dem Bundesverteidigungsministerium offiziell nicht zu erfahren. Allerdings wird den vorliegenden Gerüchten seitens des Ministeriums auch nicht widersprochen.
Außer Rheine ist auch das Schwesterregiment in Laupheim (Baden-Württemberg) betroffen. Falls die Luftwaffe nicht alle Transporthubschrauber übernimmt, fällt eine Entscheidung für einen der beiden Standorte. Die Möglichkeit des Erhalts des Standortes Laupheim steht noch im Raum. Hier muss sich Bundesverteidigungsminister zu Guttenberg die Frage gefallen lassen, ob er Stefan Mappus (CDU), Ministerpräsident von Baden-Württemberg, für die im nächsten Jahr anstehenden Landtagswahlen Amtshilfe leisten wird. Für den angeschlagenen Mappus, schon stark gebeutelt durch die Diskussion um den Bahnhof Stuttgart 21, könnte die Schließung des Regimentes in Laupheim weitere wichtige Wählerstimmen kosten.
Grundsätzlich sollte die Organisation der Bundeswehr unter militärischen und nicht unter strukturpolitschen Gesichtspunkten erfolgen. Aber: `In Bentlage wurden in den letzten zwei Jahren bereits 51 Mill. Euro investiert. Eine Schließung hieße Steuergelder in erheblichem Umfang zu verschwenden. Außerdem wäre das Gelände der Theodor-Blank-Kaserne kaum zu veräußern und wirtschaftlich nicht sinnvoll nutzbar´, so die Finanzpolitikerin. `Für die Förderung der strukturschwachen Region Holzdorf (Sachsen-Anhalt) ist die Wirtschaftspolitik und nicht die Bundeswehr zuständig. Für Wahlkampfhilfe in Baden-Württemberg habe ich allerdings keinerlei Verständnis´, machte Arndt-Brauer unmissverständlich klar. |