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16.04.2012

Innovationen aus Wessum

Polymer1
Ahaus. Zukunftsweisende Ideen brauchen Unterstützung. Das hat auch das Bundeswirtschaftsministerium erkannt und fördert mit dem Zentralen Innovationsprogramm Mittelstand (ZIM) innovative Forschungs- und Entwicklungsprojekte.

Viele solcher Ideen entstehen auch im Münsterland. Davon konnte sich jetzt die SPD-Bundestagsabgeordnete Ingrid Arndt-Brauer im Ahauser Stadteil Wessum überzeugen. In Begleitung der frisch gekürten Landtagskandidatin Sonja Jürgens (i. Bild li.) aus Gronau und Gerhard Abbing (2. v. li.) von der SPD Ahaus, besuchte die Bundespolitikerin das Unternehmen Polymer Reactor Technology GmbH (PRT).

Der studierte Verfahrenstechniker und Geschäftsführer Prof.Dr. Günter Weickert (3. v. re.) empfing die Politiker in seinem Unternehmen, das seit gut fünf Jahren in Ahaus und seit 2010 in Wessum seinen Sitz hat.

Das geförderte Projekt der PRT befasst sich mit der Entwicklung eines produkt-flexiblen und energieeffizienten Verfahrens zur Herstellung von ultra-hochmolekularem Polyethylen (UHMWPE) über die Ethylenerzeugung aus Bioethanol, ohne die bisher übliche Verwendung von Erdöl. In NRW ansässige Mittelstandsunternehmen verarbeiten zurzeit mehr als 80% der europäischen UHMWPE Produktion.

`Diese Unternehmen sollen in die Lage versetzt werden, ihr eigenes UHMWPE herzustellen oder von dem neuen Verfahren so zu profitieren, dass Bedürfnissen der Endverbraucher besser entsprochen werden kann. Die hohen Energiekosten der Verarbeiter können über eine verbesserte mehrstufige Wärme-Kraft-Kopplung erheblich gesenkt werden und es wird Unabhängigkeit von den steigenden Preisen der Mineralölkonzerne erreicht´, erläutert Prof. Weickert seine Zukunftsvisionen den Besuchern.

UHMWPE hat in einem expandierenden Markt Hunderte von Anwendungen gefunden, die von den hervorragenden Eigenschaften (geringe Gleitreibung, abriebfest, chemisch inert, schlagzäh) profitieren, z.B. bei der Herstellung von künstlichen Hüft- und Kniegelenken, in der Automobilindustrie, beim Bau von Rolltreppen, Liften und Pumpen, in der Möbelindustrie, aber auch in schussfesten Westen, bei der Beschichtung von Skiern oder im Bootsbau, um eine höhere Geschwindigkeit zu erreichen.

`Die Förderung solcher Projekte ist wichtig für unsere Zukunft´, so Arndt-Brauer abschließend. Sie ist sich einig mit Sonja Jürgens und Gerhard Abbing, dass die Fördermittel bei der Polymer-Reactor-Technology Gmbh gut angelegt sind.