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01.08.2011
Jusos und die Rente mit 67
Rheine. `Rente mit 67´ war jetzt das Thema einer Diskussionsveranstaltung, zu der die Jusos (Jugendorganisation der SPD) die hiesige SPD-Bundestagsabgeordnete Ingrid Arndt-Brauer in die AWO-Begegnungsstätte in Rheine eingeladen hatten. Auch Jörg Marciniak, Vorsitzender der AfA (SPD-Arbeitsgemeinschaft für Arbeitnehmerfragen) sowie AfA-Mitglied Eckhard Roloff zählten zu den zahlreichen Gästen.
Rückläufige Geburtenzahlen und eine längere Lebenserwartung machten es dringend nötig, das Renteneinstiegsalter in der Zukunft zu erhöhen, machte Arndt-Brauer in ihrem Referat deutlich. Im Jahr 2025 wird jeder dritte Mensch in Deutschland 60 Jahre oder älter sein. Zugleich nimmt die Bevölkerung im Alter zwischen 0 und 59 Jahren immer weiter ab. Eine rückläufige Zahl von aktiven Beitragszahlern muss dann stark wachsende Ausgaben in der Rentenversicherung finanzieren. Durch die gestaffelte Anhebung der Altersgrenze auf 67 für den abschlagsfreien Rentenbezug würden die Erwerbstätigen in Zukunft finanziell entlastet, der mit negativen Beschäftigungseffekten verbundene Anstieg der Lohnnebenkosten würde gebremst, führte die Politikerin weiter aus. Besonders wichtig sei es, dass in Deutschland endlich ein auskömmlicher Mindestlohn eingeführt wird, damit alle zukünftigen Rentner über eine angemessene Rente verfügen können. Sei Jahren kämpfe die SPD für Mindestlöhne und habe dies auch in einigen Bereichen geschafft. Ein flächendeckender Mindestlohn sei aber bisher an den Regierungsparteien gescheitert.
Es müssten Lösungen entwickelt werden, wie die Beschäftigten tatsächlich bis zum Renteneintritt erwerbstätig bleiben könnten. Durch den zu erwartenden Fachkräftemangel seien aber auch die Arbeitgeber gezwungen, die Arbeitsbedingungen zu verbessern und flexibel zu gestalten, führte Arndt-Brauer aus. Zudem müssten die Voraussetzungen geschaffen werden, um das Leistungsvermögen erwerbsgeminderter Menschen zu berücksichtigen.
Kontrovers wurde das Konzept des Rheiner Juso-Vorsitzenden diskutiert. Köhler schlug vor, das deutsche Rentensystem grundständig zu reformieren. Er favorisiere eine Grundrente, in gleicher Höhe für alle Rentenempfänger. Eine Aufstockung gestaffelt nach Erwerbszeit und Einkommen solle die Rente im Weiteren angemessen erhöhen.
Abschließend freute sich Arndt-Brauer über das rege Interesse und versprach, gerne wieder zu kommen, um vertiefte Ideen der Jusos und deren Finanzierung zu diskutieren. Einstimmig war man der Meinung, das Thema Rente bei den Jusos und der AfA weiterhin intensiv zu behandeln. |