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19.03.2010

Nachhaltige Energieversorgung sichern

Berlin/Kreis Steinfurt/Kreis Borken. Nachdem jetzt bekannt geworden ist, dass Vattenfall sein Hochspannungsnetz an einen belgischen Betreiber und einen australischen Investor verkaufen will, stellt sich für die heimische SPD-Bundestagsabgeordnete Ingrid Arndt-Brauer die Frage `Was bedeutet das für die zukünftige Energieversorgung der betroffenen Stromkunden?´ Fest steht, dass Vattenfall mit seiner Strategie dem Konkurrenten E.on folgt, der Ende Februar sein Hochspannungsnetz an den niederländischen Betreiber Tennet veräußert hatte. Das Konzept einer deutschen Netz AG, welches die Bundesregierung im Koalitionsvertrag festgeschrieben hat, scheint damit schon hinfällig zu sein“, so Arndt-Brauer weiter.

Das rund 9700 Kilometer lange Hochspannungsnetz im Osten und Norden Deutschlands bildet das Rückgrat der Versorgung von 18 Millionen Menschen. Vattenfalls Stromautobahnen sichern die Verbindung von Europas größtem Strommarkt nach Dänemark, Polen und Tschechien. `Wegen der Nähe zu den nord- und ostdeutschen Windkraftstandorten hat dieses Netz besondere Bedeutung für den Ausbau der erneuerbaren Energien in Deutschland´, betont die Politikerin, die Sprecherin der AG Nachhaltige Entwicklung der SPD-Bundestagsfraktion ist. Es müsse auch zukünftig uneingeschränkt gesichert sein, dass der Ausbau der erneuerbaren Energien ohne Verzögerung fortgesetzt werden könne. Dabei spielt die Frage der Netze eine ganz wichtige Rolle im politischen Ringen um mehr Wettbewerb und niedrigere Preise auf den europäischen Energiemärkten. Ohne einen gesicherten Netzzugang zu fairen Preisen für Strom aus erneuerbaren Energiequellen sei keine nachhaltige - sprich klima- und verbraucherfreundliche - Versorgung mit Strom möglich.

Die Bundesnetzagentur hat mit der heutigen Anordnung einer intensiveren Zusammenarbeit aller vier Übertragungsnetzbetreiber in Deutschland bei der Bereitstellung von Strom für kurzfristige Verbrauchsschwankungen (Regelenergie) trotz langer Prüfzeit nur einen sehr bescheidenen Schritt in Richtung einer effizienteren Handhabung der deutschen Stromnetze getan. Zwar könnten mit dem bis Mai zu realisierenden `Netzregelverbund´ erhebliche Summen eingespart werden, indem ineffizientes Gegeneinanderregeln zwischen den vier Regelzonen vermieden wird. Das eigentliche Einsparpotenzial liege jedoch in der Schaffung einer einheitlichen und von unabhängiger Hand gesteuerten Regelzone für Strom. `Das haben nicht nur eine Reihe von Gutachten bestätigt. Die Mehrzahl unserer europäischen Nachbarn macht es uns bereits vor”, erläutert die Abgeordnete.

Die Haltung der Union, sich nach der heutigen Ausweitung der freiwilligen Zusammenarbeit zwischen den Übertragungsnetzbetreibern jubelnd zurückzulehnen, sei inakzeptabel. Die Zusammenlegung der vier Strom-Regelzonen muss das nächste zu erreichende Ziel bleiben. Die Bundesnetzagentur wisse seit langem, dass damit Einsparungen im dreistelligen Millionenbereich erzielt werden könnten. Über niedrigere Netznutzungskosten könnten dann Handel und Verbraucher beim Strompreis entlastet werden. `Da sich mit den laufenden Netzverkäufen an Betreiber aus dem europäischen Ausland die Komplexität des Vorhabens zunehmend erhöht, müssen Bundesregierung und Bundesnetzagentur endlich entschieden handeln.´