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26.05.2011

Nicht als gegeben hinnehmen

AW1
Berlin/Kreis Steinfurt/Hörstel. Mit einem umfangreichen Fragenkatolog konfrontierte jetzt Annika Wenck (i. Blid re.) aus Hörstel die heimische Bundestagsabgeordnete Ingrid Arndt-Brauer (SPD). Die 17-jährige Schülerin des Goethe-Gymnasiums in Ibbenbüren absolviert derzeit ein zweiwöchiges Praktikum bei der Verwaltung des deutschen Bundestages in Berlin. Ihr Ziel: möglichst viel über Gesellschaft und Politik zu erfahren! Arndt-Brauer erklärte sich daher gerne zu einem einstündigen Interview bereit. Die über 30 Fragen beinhalteten neben fachlichen auch viele persönliche Fragen zu Werdegang, Motivation und zu den Vor- und Nachteilen des Abgeordnetenberufes. `Ich bin von meinem Wesen her tolerant, offen und mag neue Herausforderungen sowie den Umgang mit verschiedensten Themen und Menschen´, berichtete die Politikerin, die schon mit Anfang 20 das Ziel hatte, einmal in den Bundestag einzuziehen. Dass dieses dann 1999 tatsächlich geklappt hatte, bezeichnete Arndt-Brauer als schönstes Erlebnis ihrer politischen Karriere. Als Tiefpunkt ihres politischen Lebens bezeichnete Sie das unverdient schlechte Wahlergebnis der SPD bei der letzten Bundestagswahl.

`Ein Schwerpunkt meiner politischen Arbeit ist die Arbeit mit Schülern´, antwortete die SPD-Politikerin der 11-Klässlerin. In Gesprächen mit Schülergruppen im Wahlkreis und in Berlin falle ihr auf, dass die meisten Schülerinnen und Schüler sich eher wenig für Politik interessieren. `Ich versuche den jungen Menschen zu zeigen, dass es möglich ist, Dinge zu verändern und diese nicht als gegeben hinzunehmen´. Ich ermuntere und unterstütze die Schulklassen, sich mit ihren Problemen direkt an die gewählten Vertreter in den Stadt- und Gemeinderäten zu wenden. Auch die demokratischen Parteien stehen als Ansprechpartner zur Verfügung. `Wer politisch aktiv werden möchte, muss nicht gleich in eine Partei eintreten - es werden beispielsweise Schnuppermitgliedschaften angeboten´, empfahl die Abgeordnete. `In den vergangenen Jahren habe ich Planspiele an vielen Schulen durchgeführt. Das Echo war sehr positiv. Wenn die Hemmschwelle erst einmal gefallen ist, merken viele, dass Politik auch Spaß machen kann. Klar wurde dann oft, dass Politik viel mehr mit dem eigenem Leben zu tun hat, als viele denken!´