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05.08.2011 Organspenden retten Leben
Kreis Steinfurt. Organspenden helfen Menschen mit einem transplantierten Organ wieder ein normales Leben zu führen. Über Organspende reden fällt scheinbar noch schwer, denn nur ca. 15 Prozent aller Deutschen besitzen einen Organspendeausweis.
Für die SPD-Bundestagsabgeordnete Ingrid Arndt-Brauer ist das Thema Organspende eine Herzensangelegenheit. Schon lange ist sie im Besitz eines Organspendeausweises.
Bei einem Besuch in der Regionaldirektion der AOK NORDWEST in Steinfurt, sprach die Politikerin mit der Regionaldirektorin Gabriele Neugebauer (Bildmitte) und Abteilungsleiterin Annette Jandaurek (i. Bild re.) über die Aufklärungsarbeit der AOK zum Thema Organspende.
Schon lange werbe die AOK für die Organspende, machte Neugebauer deutlich. Soeben habe man in der AOK-Mitarbeiterzeitung eine Aufklärungskampagne gestartet und allen rund 7.600 Mitarbeitern einen Organspendeausweis zukommen lassen. Auch auf Gesundheitsmessen würde man über Organspende informieren, erläuterte Annette Jandaurek. Eine Vielzahl an Informationen kann man zudem dem Internetauftritt der AOK entnehmen.
Mit nur knapp 16 Organspenden pro eine Million Einwohner liegt Deutschland weltweit nur im unteren Mittelfeld. Pro Jahr warten ca. 12.000 Menschen dringend auf ein Spenderorgan, aber nur 3.000 können eines erhalten. Drei Menschen sterben täglich, weil sie nicht rechtzeitig ein Organ erhalten haben. Dabei sagen fast 70 Prozent der Deutschen Ja zur Organspende.
Zwischen der Spendenbereitschaft der Bevölkerung und der Dokumentation dieses Willens gibt es demzufolge eine Lücke. Diese Lücke müsse geschlossen werden, war man sich im Gespräch einig.
Mit einer Änderung des Organspendegesetzes will die Politik die Bereitschaft zur Organspende erhöhen. Die AOK, so Jandaurek und Neugebauer, favorisiere dabei die Entscheidungslösung. D.h. dass jeder Bürger einmal in seinem Leben vom Staat gefragt wird, ob er sich als Organspender zur Verfügung stellen will.
Veränderte Lebensumstände könnten die persönliche Einstellung zur Organspende ändern, so Arndt-Brauer. Sie würde daher die Lösung bevorzugen, dass man alle zehn Jahre bei der regelmäßigen Verlängerung des Personalausweises erneut gefragt wird, ob man Organspender sein möchte. Dies könnte dann mit einem entsprechenden Zeichen auf dem Personalausweis markiert werden. Ein geändertes Gesetz könnte schon 2012 verabschiedet werden. |