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27.09.2010

Politik hautnah

Realschule Ochtrup 5a
Ochtrup. Eine Studienfahrt führte die Klasse 10d der Städt. Realschule Ochtrup, ihre Lehrer Jutta Biene und Matthias Plohg in der vergangenen Woche in die Bundeshauptstadt Berlin. Wieder zurück in Ochtrup traf man sich jetzt mit der SPD-Bundestagsabgeordneten Ingrid Arndt-Brauer, nachdem die Politikerin wegen der Einbringung des Bundeshaushaltes in Berlin leider keine Zeit für ein Treffen gefunden hatte.

Lehrer Matthias Plohg hatte die Jugendlichen mit einer besonderen Unterrichtseinheit intensiv auf ihren Berlin-Aufenthalt und den Besuch der Abgeordneten vorbereitet. Arndt-Brauer, die schon häufiger Gast in der Realschule war, beantwortete den Jugendlichen Fragen zu ihrer persönlichen und politischen Laufbahn. Wie der Ablauf ihrer Arbeitstage in Berlin oder im Wahlkreis sei, welches Gehalt man bekommt und wie sie zur Politik gekommen sei, waren nur einige Fragen, die die Schülerinnen und Schüler der Politikerin stellten..

Gerne diskutiert Arndt-Brauer mit jungen Leuten das `Wahlrecht von Geburt an´. Zurzeit gibt es in Deutschland rund 18 Mio. ganz besondere `Nichtwähler´. Das sind alle unter 18-Jährigen, die bisher kein Wahlrecht haben. Nach einem parteiübergreifenden Vorschlag sollen Kinder künftig grundsätzlich von Geburt an bei Wahlen eine Stimme haben. Dabei sollen zunächst die Eltern auch für ihre Kinder abstimmen dürfen. Später könnten sich die Kinder dann in eine Wahlliste eintragen lassen, wenn sie sich selbst für reif hielten. Das Wahlrecht ginge dann von den Eltern auf sie über. In Hinsicht auf den demographischen Wandel wäre dies für Arndt-Brauer wünschenswert, damit sich eine familienfreundlichere Politik entwickeln könnte. Die Jugendlichen diskutierten dies kontrovers, waren aber abschließend mehrheitlich überzeugt, dass ihre Eltern in ihrem Sinne eine gute Entscheidung bei der Wahl treffen würden.

`Bisher ist dieser Vorschlag aber leider an der fehlenden Zweidrittelmehrheit im Bundestag gescheitert´, bedauert Arndt-Brauer. Sie wird sich aber weiterhin dafür einsetzen.