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21.06.2011

Schwarz-Gelb bremst Windkraft und Biomasse

NEST1
Steinfurt. Effizient arbeiten die Gemeinschaftsbiogasanlage und der Bürgerwindpark Hollich in Steinfurt daran, Energie günstig und umweltfreundlich an den Verbraucher zu bringen. Gerade in Zeiten, in denen regenerative Energien wie Windkraft und Biomasse an Bedeutung gewinnen, will aber die derzeitige schwarz-gelbe Bundesregierung nun mit einem aktuellen EEG (Erneuerbare-Energien-Gesetz)-Gesetzentwurf die dezentrale, regionale und gemeinschaftliche Energieerzeugung, zugunsten von Großprojekten der Energiekonzerne und Finanzinvestoren, benachteiligen. Das Ganze soll in rasantem Tempo noch in dieser Woche beschlossen werden.

Das überhastete Handeln von CDU/CSU und FDP rief jetzt die Betreiber des Bürgerwindparks und der Gemeinschaftsbiogasanlage sowie das Ingenieurbüro N.E.S.T. (Neue Energien Steinfurt), auf dem Plan. In einem persönlichen Gespräch mit der SPD-Bundestagsabgeordneten Ingrid Arndt-Brauer und Hans-Dieter Makus (Bildmitte), dem Vorsitzenden der SPD-Fraktion im Rat der Stadt Steinfurt, erläuterten jetzt Sven Nefigmann (i. Bild re.), Bernd Wolbring (i. Bild li.) und Gerhard Göckenjan (2. v. re.) die Problematik.

Das neue EEG, dass 2012 in Kraft treten soll, erhöht die Förderung großer Offshore-Windparks von 13 auf bis zu 19 Cent pro Kilowattsunde. Die Förderung für an Land erzeugten Strom soll hingegen um ca. 10,5 % gekürzt werden. `Energiepolitisch höchst unverständlich, mit der Windenergie an Land gerade die kostengünstigste und wichtigste erneuerbare Energiequelle zugunsten der Offshore-Vergütung auszubremsen´, kritisiert Göckenjan. Nach dem Bürgerwindparkkonzept kann Windstrom mit der aktuellen EEG-Vergütung von ca. 9 bis 10 Cent in Verbrauchernähe ohne teure Überlandleitungen produziert werden. Die jetzt geplante Neuregelung des EEG sieht eine Senkung der Vergütung von ca. 10% vor und würde das Aus für die Neuplanung von vielen Binnenlandprojekten sein, sind sich Nefigmann und seine Mitstreiter sicher. Durch die geplante Offshore-Vergütung von ca. 15-19 Cent/kWh stiegen zudem die Preise für die Windenergieerzeugung allgemein zu stark. Außerdem entstehe so eine Umverteilung von dezentralen Kleinprojekten zu Mega-Offshore-Projekten, die so von den Bürgern nicht mehr umgesetzt werden können, machte Göckenjan in dem Gespräch deutlich.

Auch die Biogasanlagen sind von dem neuen EEG betroffen. Eine  massive Vergütungserhöhung für Biogasgroßanlagen mit über drei Megawatt Leistung ist geplant. `Dies führt in der Folge zu einem noch höheren Flächenverbrauch, einem weiteren Anstieg der Pachtpreise und einer intensiveren Bewirtschaftung der Flächen´, so Nefigmann weiter. `Mit der bevorzugten Förderung von Großanlagen in der Windenergie oder Biomasse bewegt sich Schwarz-Gelb wieder hin zur zentralen Energieversorgung. Hier werden wieder die großen Energieversorger bevorzugt´, kritisiert Arndt-Brauer die Klientelpolitik der derzeitigen Bundesregierung. Einig war sich die Gesprächsrunde abschließend, dass Strom für die Verbraucher bezahlbar bleiben muss und Energieerzeugung vor Ort billiger sei.