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18.02.2010
Schwarz-gelbe Koalition verärgert Solarkunden
Südlohn. Die Solarbranche läuft derzeit Sturm gegen die geplanten Kürzungen der Einspeisevergütungen. Auslöser der Entrüstung ist ein Vorschlag des Bundesumweltministers Dr. Norbert Röttgens, die Vergütung für neu angeschlossene Photovoltaik-Anlagen im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) außerplanmäßig zum 1. April um 15 Prozent zu senken.
Die Verärgerung bei den Verbrauchern und den Unternehmen ist groß. Viele kleine- und mittelständische Unternehmen im Münsterland sind im Solarbereich tätig und haben sich schriftlich an die heimischen Bundestagsabgeordneten aller Parteien gewandt.
Die Firma Sparwel Heizung, Sanitär, Elektro in Südlohn, die ebenfalls per Email Kontakt aufgenommen hatte, erhielt daher kurzfristig Besuch von der SPD-Bundestagsabgeordneten Ingrid Arndt-Brauer, ihrer Landtagskollegin Stefanie Wiegand (2. v. li.) und dem Gescheraner Landtagskandidaten Marc Jaziorski (li. i.Bild).
Bei den Brüdern Olaf (Bildmitte) und Ralf Sparwel (2. v. re.), die das von ihrem Vater 1970 gegründete Unternehmen führen, stehen derzeit die Telefone nicht still. Kunden, die eine Photovoltaikanlage geplant und bestellt haben, sind verunsichert. Durch den lang anhaltenden Winter, der eine Dachmontage unmöglich macht oder erschwert, zieht sich die Fertiggestellung einer Photovoltaik-Anlage hinaus, sodass der geplante Stichtag möglicherweise nicht zu halten ist. `Unsere Kunden verlangen aber Sicherheit. Da ist so ein Schnellschuss tödlich´, stellte Ralf Sparwel klar.
Unternehmer und Politiker waren sich einig, dass die Vergütung gekürzt werden muss. Eine Abschmelzung der Fördermittel in kleinen Schritten sieht Arndt-Brauer als akzeptabel an. `Aber Stufen von 15 Prozent sind zu hoch. Der zeitliche Druck macht es kaum möglich, die vorher vertraglich zugesicherten Mengen zu installieren,´ so Olaf Sparwel und sieht die Existenz von klein- und mittelständischen Handwerksbetrieben und deren Mitarbeitern bedroht.
Arndt-Brauer erklärte den Brüdern, dass die Stichtagsregelung noch keineswegs beschlossene Sache ist. `Die SPD hat hierzu eine Anhörung gefordert´, machte die Abgeordnete deutlich und eine solch kurzfristige Absenkung der Einspeisevergütung sei bis zu dem von Minister Röttgen geplanten Termin so nicht möglich. `Dies ist mit der SPD auch nicht zu machen´, so Arndt-Brauer weiter. Seit dem Inkrafttreten des EEG vor fast zehn Jahren unter der rot/grünen Regierung, setzt sich die SPD-Bundestagsfraktion für den Ausbau erneuerbarer Energien ein und wird dies auch weiterhin vehement verfolgen.
Das EEG hat seit dem Jahr 2000 zu einem Aufschwung der erneuerbaren Energien in Deutschland geführt. Mit rund 280.000 Beschäftigten in der Branche hat das Gesetz Deutschland in der Windkraft- und Solartechnologie an die Weltmarktspitze geführt. `Hier hat die derzeitige Regierung eine große Verantwortung den Arbeitnehmern und Unternehmen gegenüber´, erklärte Arndt-Brauer. |