Arndt-Brauer_072c
 Home
 Zur Person
 Pressemitteilung
 Wahlkreis
 Service
 Links
 Impressum
Banner2

03.08.2012

Senioren in der WG

Seipel1
Gronau. Keine bahnbrechenden Verbesserungen hat das noch von Ex-Gesundheitsminister Philipp Rösler ausgerufene `Jahr der Pflege´ in 2011 gebracht. Die vielfach von der schwarz-gelben Bundesregierung versprochenen Pflegereformen mutierten eher zu `Reförmchen´. `Die Verbesserungen sind nur minimal. Das Modell der privaten Pflegevorsoge, der so genannte Pflege-Bahr, ist unsozial, da Geringverdiener und Ältere nicht von den Zuschüssen profitieren werden´, kritisiert die SPD-Bundestagsabgeordnete Ingrid Arndt-Brauer.

Direkt an der Basis möchte die Politikerin nun ermitteln, wie es um den Stand der Pflege bestellt ist. Im Rahmen ihrer Sommertour besuchte die SPD-Politikerin jetzt den Pflegedienst Seipel in Gronau. Was im Kreis Borken noch lange nicht die Regel ist, praktiziert der Pflegedienst gleich an vier Stellen in Gronau: Pflege-Wohngemeinschaften. Gemeinsam mit dem SPD-Ortsvereinsvorsitzenden Norbert Ricking (i. Bild re.) und dem stellv. Fraktionsvorsitzenden Kurt Rehbein (3. v. re.) durfte Arndt-Brauer jetzt einen Einblick in eine Pflege-WG an der Pfarrer-Reukes-Straße nehmen. Hier diskutierten Corinna (2. v. li.) und Volker Seipel (5. v. re.) und Mitarbeiterinnen des Pflegedienstes, aber auch drei der vier Bewohnerinnen mit den Politikern. Die Bewohnerin Agnes Kernebeck (4. v. re.) hat sich nach einigen negativen Erfahrungen in Pflegeeinrichtungen für die WG entscheiden und hat das noch nicht bereut. Auch ihre Mitbewohnerin Hertha Krabbe (2. v. re.) kann dem nur beipflichten. Volker Seipel, Geschäftsführer des Pflegedienstes, und Ehefrau Corinna wissen, dass zwischen den Bewohnerinnen und den Pflegekräften eine gute Chemie herrscht.

Arndt-Brauer, die der von Schwarz-Gelb beschlossenen Pflegereform kritisch gegenüber steht, freut sich, dass künftig dieses im ländlichen Raum noch ungewöhnliche Wohnmodell gefördert werden soll. Pflegebedürftige, die in einer ambulant betreuten Wohngemeinschaft leben, bekommen demnächst für Hilfskräfte einen pauschalen Zuschlag von monatlich 200 Euro. `Das könnte eine gute Anschubfinanzierung für die Einrichtung solcher Wohngemeinschaften sein´, hofft die Abgeordnete.

Kritisch sieht der Pflegedienst Seipel die Dokumentation, die alle, den Patienten betreffenden Informationen an einer Stelle aktuell zusammenführt und die einzelnen Arbeitsschritte der Pflege festlegt. Bei der jährlichen Pflegedienstbeurteilung durch den MDK (Medizinischen Dienst der Krankenkassen) ist diese Dokumentation Grundlage der Beurteilung. `Da bei uns die Zufriedenheit des Patienten im Vordergrund steht, kann es sein, dass unsere Dokumentation bemängelt wird und wir somit eine schlechtere Pflegenote erhalten´, kritisiert Volker Seipel. Grundsätzlich stellt Volker Seipel die Dokumentation nicht infrage, bemängelt aber die fehlenden einheitlichen Richtlinien bei der MDK-Prüfung.

Wie viele andere Einrichtungen, die Arndt-Brauer bei Ihrer Sommertour besucht hat, beklagt der Pflegedienst auch den Fachkräftemangel. `Unsere Arbeit steht und fällt mit unserem Personal´, macht Corinna Seipel deutlich. Sie ist sich mit den Gästen einig, dass noch viel für das Berufsbild des Altenpflegers getan werden müsse.