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06.07.2009
Vereinfachung bei Steuererklärung gefordert
Steinfurt. Die aktuellen Steuergesetzänderungen haben zwar für die Steuerzahler Vorteile, bedeuten aber auch Probleme für die Finanzbehörden bei der Umsetzung. Ulrich Eisenack (i. Bild re.), Leiter des Finanzamtes Steinfurt, hatte daher die SPD-Bundestagsabgeordnete Ingrid Arndt-Brauer zum wiederholten male zu sich in die Behörde eingeladen.
Allein die Vielzahl der gesetzlichen Änderungen trifft auf eine Finanzamtswirklichkeit, die gekennzeichnet ist von knapp bemessenen Personalressourcen bei gleichzeitiger Ausweitung der IT-Technik. Die politisch beabsichtigte Vereinfachung bei den Steuerklärungen führt in der Praxis zu einem erhöhten Personalaufwand, weil die neuen gesetzlichen Regelungen mit einem erhöhten Prüfungsbedarf verbunden sind, verdeutlichte Eisenack der Finanzpolitikerin. `Mit jedem neuen Gesetz gibt es mehr Arbeit´, bedauern auch Joachim Bolin (i. Bild li.), Spezialist für Einkommenssteuer und Risiko-Abschätzung, und Dr. Jutta Quebe (2. v. li.), stellv. Finanzamtsleiterin.
Beispielsweise erhöht die steuerliche Berücksichtigung von Kinderbetreuungskosten die Anzahl der Formularseiten von eins auf vier. Das Alterseinkünftegesetz zur Gleichbesteuerung von Pensionen und Renten erfordert die Neuaufnahme weiterer Fälle. `Und das mit der Vorgabe, Personal einzusparen´, so Eisenack weiter.
Vor diesem Hintergrund wurde bereits mehrfach die Forderung an den Gesetzgeber gerichtet, für die Verwaltung handhabbare Vorschriften zu erlassen. Effizient wäre es laut Eisenack darüber hinaus, wenn die Steuerzahler ihre Steuererklärung elektronisch einreichen würden. Hier fehle aber vielfach noch die nötige Akzeptanz. Von der Politik würde sich das Finanzamt daher eine Regelung wünschen, die es zwingend vorschreibt, sofern möglich, die Steuererklärung über das Programm `Elster´ einzureichen. Joachim Bolin schlug weiterhin vor, verstärkt Pauschalen für Sonderausgaben oder Werbungskosten einzuführen - hierbei müssten dann keine einzelnen Belege eingereicht werden.
Ingrid Arndt-Brauer versprach, die Anregungen mit nach Berlin zu nehmen.
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