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22.01.2009
Wahlrecht wahrnehmen
Rheine/Berlin. “Nehmt euer Wahlrecht wahr”, appellierte jetzt die SPD-Bundestagsabgeordnete Ingrid Arndt-Brauer an die Schülerinnen und Schüler des Berufskollegs Rheine. Die Zwölftklässler des Gymnasialzweiges Fachrichtung Ernährungswirtschaft und die Berufschulklasse der Fleischereifachverkäuferinnen waren gemeinsam mit ihren Lehrern Magarete Brüse-Stolle und Hans Burger von der heimischen Politikerin in den Bundestag nach Berlin eingeladen worden. Dort bestand Gelegenheit zu einem einstündigen Gespräch im Reichstag.
Das hessische Wahlergebnis bestätigte den Trend, dass die Wahlbeteiligung im gesamten Bundesgebiet immer weiter zurückgeht. Schon bei den letzten NRW-Kommunal- und Europawahlen hatte sich diese Entwicklung gezeigt - Grund genug jetzt gegenzusteuern. Die Abgeordnete berichtete den Jugendlichen von ihrem Werdegang und ihrem Weg in die Politik. Für junge Leute gebe es durchaus Möglichkeiten sich einzubringen. “Informieren Sie sich über die Parteien und ihre Angebote und Ziele vor Ort”, so die Aufforderung. Grundsätzlich werde politischer Nachwuchs immer gesucht. Die meisten Parteien hätten auch entsprechende Jugendorganisationen, wie z.B. die Jusos in der SPD.
Weitere Diskussionsthemen waren die zukünftige Balance zwischen den Interessen jüngerer und älterer Menschen in einer alternden Gesellschaft. Arndt-Brauer plädierte hier für ein Wahlrecht von Geburt an, welches die Eltern stellvertretend für ihre noch nicht wahlberechtigten Kinder ausüben. Mit zusätzlichen Stimmen für Familien sind die Parteien gezwungen, diese stärker zu beachten. So könne ein Gegengewicht zur stark zunehmenden Zahl an älteren Mitbürgern entstehen. Zudem werde das Thema Politik wieder mehr in die Familien hineingetragen, wo es heute kaum noch ein Thema sei. Die Schüler konnten die Argumente der Politikerin nachvollziehen, auch wenn es einzelne Bedenken gab, dass Eltern die Stimmen nicht im Sinne ihrer Kinder ausnützten. Arndt-Brauer entgegnete, dass sie davon ausgehe, dass die meisten Eltern verantwortungsvoll mit ihren Kindern und damit auch mit ihrem Stimmrecht umgehen würden. |