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28.12.2018

Was Müttern gut tut

Muettergenesungswerk1Kreis Steinfurt. Das Müttergenesungswerk oder auch Elly Heuss-Knapp-Stiftung ist vielen bekannt durch Mutter-Kind-Kurmaßnahmen. Dass die Stiftung jedoch ein umfangreiches Repertoire an frauenspezifischen Hilfen und Beratungen zu Kuren anbietet, erfuhr jetzt die SPD-Bundestagsabgeordnete Ingrid Arndt-Brauer, die zu einem parlamentarischen Frühstück des Müttergenesungswerkes eingeladen war. Gerne folgte die Politikerin daher dem Hinweis, eine entsprechende Beratungsstelle in ihrem Wahlkreis zu besuchen.

Unter dem Dach der diakonischen Beratungsstelle für Eltern, Kinder und Jugendliche an der Wasserstraße in Burgsteinfurt berät Dagmar Drawe (2.v.li.) betroffene Mütter aus dem Kreis Steinfurt, wie Arndt-Brauer und Klaus Meiers (li.) von der SPD Steinfurt bei einem Besuch erfuhren. `Das Müttergenesungswerk unterhält selber keine eigenen Beratungsstellen, sondern beauftragt im Verbund des Müttergenesungswerkes tätige Wohlfahrtsverbände´, erklärte Drawe. Da das gut zur diakonischen Beratungsstelle passe, wie Leiter Tobias Bendfeld (2.v.re.) ergänzte, gibt es die Beratung zu Kurmaßnahmen schon seit vielen Jahren in Burgsteinfurt. Meistens kämen betroffene Mütter aus eigener Initiative, erläuterte Drawe. Aber auch Mütter, die bereits in der Erziehungsberatung sind oder von behandelnden Ärzten geschickt werden, finden so den Weg in die Kurmaßnahmen-Beratung, erfuhr Arndt-Brauer auf Nachfrage.

Ein Arzt stellt das Attest zur Notwendigkeit einer Kurmaßnahme aus. Damit kommen die Frauen zu Dagmar Drawe in die Beratungsstelle, die dann bei der Antragsstellung hilft und sich um die Bewilligung der Krankenkasse als Kostenträger kümmert. Absprachen, welche Kureinrichtung geeignet ist und Terminabsprachen mit den Einrichtungen übernimmt die Beratungsstelle kostenlos für die Mütter. Hauptgründe für erforderliche Kurmaßnahmen seien häufig Erschöpfungszustände aufgrund z.B. von Trauer, Trennung, Doppelbelastung Familie/Beruf, etc. Mit dem ganzheitlichen Konzept des Müttergenesungswerkes, bei dem die Mutter-Kind-Bindung im Vordergrund steht, werden die Mütter in Gesprächs- und Psychotherapien sowie Stärkung der Mutter-Kind-Beziehung wieder fit für den Alltag gemacht. Für die Kinder übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten zu 100 Prozent. Die Mütter müssten eine Zuzahlung von zehn Euro pro Tag für drei Wochen leisten. Auch das ist abhängig vom Einkommen und könne durchaus auch für die Mütter entfallen. In den letzten Jahren habe es steigende Zahlen für Kurmaßnahmen gegeben, erläuterte Bendfeld. Einer der Gründe dafür sei sicherlich der Doppelbelastung Familie/Beruf zu schulden, so Bendfeld weiter.

Leider gebe es allein im Kreis Steinfurt nur zwei Beratungsstellen, bedauerte Drawe. Das liege sicherlich an der Unterfinanzierung, so die Beraterin weiter. Mit einem Beitrag aus der so genannten Therapeutischen Kette erhalten die Beratungsstellen eine Aufwandsentschädigung der Kliniken, in denen die Kurmaßnahmen stattfinden. Das decke aber bei weiten nicht die Kosten, machte Bendfeld deutlich. `Leider fehlt dafür die gesetzliche Grundlage´, erklärte Arndt-Brauer, ist aber auf Vorschläge angewiesen, wie man das ändern könne und würde sich selbstverständlich für eine auskömmliche Finanzierung einsetzen.

Arndt-Brauer und Klaus Meiers zeigten sich beeindruckt von Drawes Arbeit. Klaus Meiers, Vorsitzender des Sozialausschusses der Stadt Steinfurt, interessierte sich darüber hinaus sehr für das Beratungsangebot und lud Bendfeld zu einer Ausschusssitzung im neuen Jahr ein, um das Aufgabenfeld der Beratungsstelle für Eltern, Kinder und Jugendliche vorzustellen. `Jeder Sozialpolitiker der Stadt sollte wissen, welche Beratungsstellen es in Steinfurt gibt´, machte Meiers abschließend deutlich.