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24.07.2012
Wer pflegt uns, wenn wir alt werden?
Ochtrup. Mit der steigenden Lebenserwartung steigt auch die Pflegebedürftigkeit kommender Generationen. Aber wer pflegt uns, wenn wir alt werden? Diese Frage stellt sich gerade für die geburtenstarken Jahrgänge der 60er-Jahre des 20. Jahrhunderts.
Eine Frage, die die SPD-Bundestagsabgeordnete Ingrid Arndt-Brauer im Rahmen ihrer Sommertour zum Thema `Pflege in der Zukunft´ stellt. Bei den verschiedensten Pflegeeinrichtungen in ihrem Wahlkreis diskutiert die Politikerin mit Heimleitungen, Pflegeberatungsstellen und Fachkräften. In der Seniorenwohnanlage `Bürgerhilfe Atriumhaus´ in Ochtrup informierte sich jetzt die Politikerin in Begleitung SPD-Ortsvereinsvorsitzenden Josef Hartmann (3. v. re.) direkt vor Ort.
Die Einrichtung bietet 20 vollstationäre Pflegeplätze und 20 Wohnungen für betreutes Wohnen. Je nach Bedarf liegt die Wohnungsgröße bei 35 bis ca. 80 qm, wie Leiterin Maria Tendahl (2. v. re.) den Besuchern erläuterte. Serviceleistungen, wie einkaufen, Wäscherei, Lieferung von Mahlzeiten u.v.m. können von den Bewohner gegen Aufpreise in Anspruch genommen werden. Im Bedarfsfall kann zudem vom betreuten Wohnen in die vollstationäre Pflege gewechselt werden, ohne die Einrichtung zu verlassen. `Besonders für Ehepaare ist das ein großer Vorteil´, so Tendahl weiter.
Da das Atriumhaus als Kleinstheim konzipiert ist, klappt die Kommunikation zwischen dem betreuten Wohnen und der stationären Pflege sehr gut, versicherte die Heimleiterin ihren Gästen.
Wie Ingrid Arndt-Brauer schon bei einigen anderen Besuchen in Pflegeeinrichtungen erfahren konnte, beklagt auch Heimleiterin Maria Tendahl fehlende Nachwuchskräfte. Gründe sind u.a die unattraktiven Arbeitszeiten, die schwere Arbeit und die fehlende Akzeptanz in der Gesellschaft. `Junge Leute finden den Beruf der Altenpflegerin oder des Altenpflegers einfach nicht cool´, ist sich Arndt-Brauer sicher. Dabei ist die Ausbildung zum Altenpfleger sehr anspruchsvoll. Einstellungschancen sind günstig. Das Berufsbild sollte durch bessere Vergütung und familienfreundlichere Arbeitszeiten aufgewertet werden. `Die Aussage von Bundesarbeitsministerin von der Leyen, Arbeitslose zu Pflegekräften oder Erzieherinnen auszubilden, erweckt den Eindruck, dass jeder pflegen kann´, kritisiert Arndt-Brauer. `Nicht jeder Mensch ist geeignet, einen sozialen Beruf zu ergreifen. Aufzwingen kann man dies schon gar nicht´, ergänzte Tendahl. Auch das trage dazu bei, den Beruf abzuwerten, ist sich die Gesprächsrunde sicher.
Abschließend konnten die Besucher noch Zimmer in der vollstationären Pflege und die Wohnung einer Bewohnerin des Betreuten Wohnens in Augenschein nehmen. Besonders freute sich die 79-jährige Dame, dass auch ihre Schwester hier wohnt. Gemeinsame Veranstaltungen, Treffs mit den Bewohnern und die Nähe zur Ochtruper Innenstadt sind ebenfalls ein Pluspunkt. Zum Abschied versicherte die Bewohnerin den Politikern, die richtige Entscheidung zum richtigen Zeitpunkt getroffen zu haben. |