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05.07.2012
Zwischen Heeresfliegern und Betreuungsgeld
Greven/Kreis Steinfurt/Berlin. Einen intensiven und umfassenden Einblick in ihre Arbeit gab Ingrid Arndt-Brauer, Bundestagsabgeordnete für den Wahlkreis Steinfurt-Borken, dem Grevener Praktikanten Fabian Niestert (i. Bild) in einem einstündigem Gespräch in Berlin. Zunächst erläuterte Arndt-Brauer dem 17-jährigen Gymnasiasten des Augustinianums ihre parteipolitische Historie und warum sie in der SPD ihre politische Heimat fand. `In den 80er Jahren habe ich überlegt, ob ich zur SPD oder den Grünen gehe, schlussendlich war die Nähe zur SPD größer´, erläuterte Arndt-Brauer, die vor allem über die Friedensbewegung politisiert wurde. Den endgültigen Schritt in die Parteiarbeit unternahm sie nach der Ankündigung einer `geistig-politischen Wende´ durch Helmut Kohl. `Da war mir klar, dass ich in eine andere Richtung wollte´, so Arndt-Brauer. Doch nicht immer ist die Abgeordnete mit ihrer Partei einer Meinung. Bei den Abstimmungen über die Verlängerung des Afghanistan-Einsatzes stimmte Arndt-Brauer gegen ihre Fraktion.
Anschließend wandte sich das Gespräch ihrer Rolle als Vertreterin eines Wahlkreises im Bundestag zu. Insbesondere die Bundeswehrreform, die auch die Schließung des Heeresfliegerstandortes Rheine vorsieht, wurde thematisiert. `Ich habe von Anfang an für den Erhalt der Heeresflieger gekämpft. Der Standort ist wichtig für Rheine und für die Region´, machte die geborene Marburgerin ihre Position deutlich.
Einen Schwerpunkt ihrer politischer Arbeit setzt Arndt-Brauer bei dem Thema Nachhaltigkeit: `Ich habe ein ungutes Gefühl, wenn ich sehe, welche Haushaltslage wir unseren Kindern hinterlassen´.
Auch der Kontrast zwischen Bundeshauptstadt und der ländlichen Heimat Horstmar fand Erwähnung. `Ich finde das Pendeln nicht schlimm, vor allem, da meine Kinder schon groß sind´, lachte Arndt-Brauer. Mit besonderer Leidenschaft legt Arndt-Brauer ihre Position zum Thema Betreuungsgeld da: `Solche Anreize wollen wir nicht schaffen!.´ Der Ausbau von U3-Kitaplätzen wäre der richtige Schritt und nicht die `Abspeisung´ mit 150 ¥. In dem umstrittenen Gesetzesentwurf sieht sie eine mögliche Bruchstelle der schwarz-gelben Koalition. Nach dem aufschlussreichen Gespräch gab es noch ein gemeinsames Erinnerungsfoto von Ingrid Arndt-Brauer mit Fabian Niestert. |